Aktuelles
05. 10. 2018
„Made by Deutschen in Russland“
Am 25. September wurde in Kaliningrad das 3. Kultur- und Geschäftsforum „Made by Deutschen in Russland: Information. Integration. Bilanz“ eröffnet. Parallel dazu fand die 23. Sitzung der Deutsch-Russischen Regierungskommission für die Angelegenheiten der Russlanddeutschen statt.

Im Fokus der Medien: Dr. Bernd Fabritius, Bundesbeauftragter für Aussiedlerfragen, und Igor Barinow, Leiter der Agentur für Nationalitätenangelegenheiten in Russland. Foto: I.S.
Die Grußworte an die Teilnehmer des Forums sprachen die Co-Vorsitzenden der Regierungskommission: Dr. Bernd Fabritius und Igor Barinow.

Der Leiter der Föderalen Agentur für Nationalitätenangelegenheiten Russlands, Igor Barinow, betonte, dass das Forum besondere Möglichkeiten für einen offenen Dialog im Bereich der geschäftlichen, sozialen und kulturellen Interaktion bietet. „Das gestattet uns, die wichtigsten Kontaktpunkte zwischen Russland und Deutschland zu bestimmen, und macht diese Geschäftsplattform für beide Länder sehr wichtig“, sagte er.

Der Beauftragte der Bundesregierung für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten, Dr. Bernd Fabritius, teilte mit, dass man sich dank diesem Ereignis eine Vorstellung bilden kann, wie die Zusammenarbeit zwischen deutschen und russischen kleinen und mittelständischen Unternehmern funktioniert. Der Beauftragte hat auch die besondere Rolle der Russlanddeutschen und ihren Beitrag zur wirtschaftlichen Entwicklung beider Länder hervorgehoben.

„Made by Deutschen in Russland“ ist eine Plattform für den Erfahrungsaustausch zwischen Unternehmern, Politikern und Experten auf dem Gebiet der deutsch-russischen Geschäfts- und Kulturbeziehungen. Zu den Hauptthemen gehören Mediengeschäfte, Schirmherrschaft, die jüngsten Errungenschaften im agro-industriellen Bereich und die modernen Technologien in den Bereichen Gesundheit, Wirtschaft und Sport. Auf dem Programm stehen Berichte, Rundtisch- und Podiumsdiskussionen, Ausstellungen, Präsentation von verschiedenen Geschäftsprojekten usw.

Am gleichen Tag fand in Kaliningrad die 23. Sitzung der Deutsch-Russischen Regierungskommission für die Angelegenheiten der Russlanddeutschen statt. Laut Dr. Bernd Fabritius ist die Unterstützung der Russlanddeutschen, die schon seit Jahren von den Regierungen beider Länder geleistet wird, für die Erhaltung der erzielten Ergebnisse, als auch für die neuen Herausforderungen nach wie vor sehr wichtig.

„Das Kultur- und Geschäftsforum ist bereits zu einer guten Tradition und einer effektiven Plattform geworden, auf der man jene deutsche Wirtschaft, Kultur und Bildung kennen lernt, die vorwiegend von den Russ-landdeutschen aus Russland und Deutschland geformt und getragen wird“ stellte in ihrer Ansprache die stellvertretende Leiterin des IVDK und Herausgeberin der „Moskauer Deutschen Zeitung“, Olga Martens, fest. Sie begrüßte die Teilnehmer und Gäste des Forums und wünschte ihnen viel Erfolg.

Da das Forum zum Zeitpunkt unseres Redaktionsschlusses in vollem Gange war, werden wir über dessen Ergebnisse und das Abschlusskommunique der Deutsch-Russischen Regierungskommission in der nächsten Ausgabe unserer Zeitung berichten. Nachstehend bringen wir für Sie nur die kurzgefassten Stellungnahmen einiger Forumsteilnehmer zu Fragen, über die am meisten diskutiert wird.

Über die Möglichkeit eines Erfahrungsaustausches

Olga Poljakowa, Leiterin der Speditionsfirma „Profile Euro“ in St. Petersburg: „Für mich sind die Arbeitserfahrungen meiner Kollegen aus der Speditionsbranche von Interesse und ob es möglich wäre, miteinander bei Güterbeförderung und Zollabfertigung zu kooperieren. Ich finde es hervorragend, dass wir uns in Kaliningrad versammeln konnten - in einer Stadt, die so nah an der Staatsgrenze liegt und deshalb für eine breitgefächerte internationale Kooperation wie geschaffen ist.“

Über die Wahl des Austragungsortes

Elvir Kreisch, Fa. Elvir Kreisch GmbH (Herstellung von Außenwerbungsmitteln) in Moskau: Ich wollte diese Geschäftsreise mit einer Erlebnisreise kombinieren und habe deshalb meine Frau und unsere zwei Kindern nach Kaliningrad mitgenommen. Die Stadt hat auf uns einen unvergesslichen Eindruck gemacht. Die Veranstalter des Forums haben es ermöglicht, mehrere im Gebiet ansässige Industriebetriebe wie das Bernsteinkombinat, die Kindernahrungsfabrik HiPP und das Gestüt Weedern zu besuchen. Der Ex-Oberbürgermeister von Moskau, Juri Luschkow, hat das Gestüt neu aufleben lassen. Es hat uns tief beeindruckt, wie perfekt alle Produktionsabläufe bei Weedern organisiert sind.“

Über die Rolle von Business in der Gesellschaft

Jakob Grinemeier ist überzeugt, dass das Ziel von Business darin besteht, neue Ideen zu hervorzubringen, Impulse zu setzen, verschiedene Projekte zu organisieren und Ressourcen bereitzustellen. „Geld ist nur der Brennstoff“, sagt er. Das will er bei einer der bevorstehenden Diskussionen zur Sprache bringen.

Über die gegenseitige Unterstützung

Waldemar Weiz sagt, dass er seine öffentlichen Aktivitäten noch in den 90er Jahren begonnen hat, als er noch in Russland lebte. Jetzt leitet er den Jugend- und Studentenverband der Deutschen aus Russland (JSDR) und ist Stadtratmitglied. Er weist auch auf die Arbeit des Verbandes der deutschen Unternehmer aus Russland hin, deren Mitglieder sowohl einander helfen, als auch verschiedene Vereinigungen der Russlanddeutschen unterstutzen.

Über die soziale Verantwortung von Unternehmen

Falk Tischendorf berät seit über 16 Jahren ausländische Investoren auf dem russischen Markt. Seiner Meinung nach bleibt es bei der sozialen Verantwortung von Unternehmen nicht nur bei guten Taten. Letztere hinterlassen auch lang anhaltende emotionale Spuren. Hilfsprogramme für Kinderheime, die von großen internationalen Unternehmen umgesetzt werden, seien dafür ein gutes Beispiel.


Über das gegenseitige Verhältnis und das Zusammenwirken von Business und Medien

Igor Beresin, stellvertretender Chefredakteur von „Moskaur Deutsche Zeitung“: „Der Erfolg eines jeden Massenmediums, der es im Konkurrenzkampf gewinnen lässt, basiert auf Inhalten, die es mit sich bringt. Ein gutes und interessantes Content hilft nicht nur neue Leser für sich gewinnen, sondern es ermöglicht auch eine aktive Zusammenarbeit mit verschiedenen Geschäftskreisen, indem es über Projekte informiert und Werbung unterbringen lässt“. So ist die Hauptthese von Beresins Äußerungen im Forum.

Die KE-Redaktion dankt der „Moskauer Deutschen Zeitung“ und dem Webportal „RusDeutsch“ für Informationshilfe.




Devisenkurse: 05. 10. 2018
1 EUR = 76,0500 Rbl
1 US$ = 66,2100 Rbl
Quelle:Russ. Zentralbank