Geschichte & Gegenwart
31. 01. 2018
Rundfunk und Fernsehen feiern Jubiläum
Rund siebzig Jahre der Kaliningrader Rundfunk- und Fernsehzentrale veranlassten die Zeitung „Komsomolskaja Prawda“, an den Werdegang und die wichtigsten Entwicklungsphasen dieser Medien zu erinnern.

Die Sammlung alter Hörfunk- und Unterhaltungstechnik im Museum für Kunst und Geschichte: ein Drahtfunklautsprecher aus der Produktion des Rigaer Elektroarmaturenwerks. Foto: I.S.
In den ersten Nachkriegsjahren gab es in der Stadt eigentlich nur den sogenannten Drahtfunk, bei dem in Wohnungen und öffentlichen Einrichtungen simple Lautsprecher installiert und an die Drahtfunkleitung angeschlossen wurden. Im Oktober 1946 waren in den Wohnungen der übersiedler die ersten eintausend Drahtfunkanschlüsse vorhanden.

Im März 1947 erklang es aus den Lautsprechern zum ersten Mal: „Verehrte Hörerrinnen und Hörer, hier ist der Kaliningrader Rundfunk mit den Nachrichten!“ Im April desselben Jahres war das Kaliningrader Drahtfunknetz komplet fertig und am 20. November 1947 wurde auf Anordnung der Fernmeldeministeriums der UdSSR der Kaliningrader Rundfunksender ins Leben gerufen. Dieses Datum gilt als Gründungstag der im äußersten Westen der Sowjetunion gelegenen Zweigstelle des Russischen Rundfunk- und Fernsehnetzes. Interessant ist, dass die ersten Sendungen des Kaliningrader Rundfunks mit Hilfe des Armeesenders „Ptschela“ (Russ.: Biene) ausgestrahlt wurden. Dieser war damals in zwei Militärfahrzeugen auf einem Freifläche am Sowjetskij Prospekt (ehem. General-Litzmann-Straße) unweit des heutigen Marineschule untergebracht. Die Redaktion des Rundfunksenders befand sind ein paar hundert Meter von ihm entfernt im Gebäude Nr. 61 in der Komsomoslskaja Straße (ehem. Luisenallee).

In den frühen 1950er Jahren ging statt der „Biene“ eine leistungsstärkere Rundfunkstation auf Sendung. Die Nachrichten aus Kaliningrad konnten von da an auch auf Fischereischiffen im Atlantik empfangen werden. Der Sender bekam aber auch die Nebenaufgabe, ausländische „Hetzender“ zu stören.

Der Kaliningrader Rundfunk entwickelte sich indes weiter und bekam 1957 ein eigenes Fernsehstudio. Nach ein paar Probesendungen nahm am 7. August 1958 das Kaliningrader Fernsehen den regulären Betrieb auf. Witzig ist, das den Anstoß zur Gründung des regionalen Fernsehens ein Zufall gegeben hatte: Am Dach eines Wohnhauses, Ecke Prospekt Mira und Pugatschewa-Straße (ehem. Hammerweg bzw. Hardenberg-Straße) wurde eines Tages, als es noch in der Stadt kein Fernsehen gab, eine ziemlich große Fernsehantenne gesichtet.

Man ging der Sache nach und fand heraus, dass die Antenne einem Funkamateur gehörte, der in seiner Wohnung mit Hilfe eines selbstgebastelten TV-Geräts schwedisches Fernsehen empfangen konnte.

Angelegenheit nahm sich sogar der KGB an. Kurz danach wurde in einer Sitzung des Gebietskomitees der Kommunistischen Partei der Beschluss gefasst, in der Region nicht nur Hörfunk-, sondern auch Fernsehsendungen auszustrahlen. Dass die Kaliningrader Rundfunk- und Fernsehzentrale mit dazu notwendigen Sendern und Antennen ausgestattet wurde, ist u.a. der Baltischen Flotte zu verdanken.




Devisenkurse: 31. 07. 2018
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Quelle:Russ. Zentralbank