Kultur
31. 01. 2018
Schön von außen, noch schöner von innen
Die Kunstgalerie zieht vom Moskowski Prospekt, wo sie zuvor in einem bautechnisch marode gewordenen Haus untergebracht war, in eines der schönsten Gebäude unserer Stadt – in die ehemalige Königsberger Börse – um.

Die ehemalige Königsberger Börse ist ein Baudenkmal und eines der schönsten Gebäude in unserer Stadt (Baujahr 1875, Architekt Heinrich Müller-Bremen). Foto: I.S.
Gleichzeitig nimmt sie sich einen neuen Namen an: „Museum der bildenden Künste“.

Marmorne Säulen, die Terrasse mit einem einheimenden Cafй, mehrere Souvenirläden, ein „Skulpturentheater“, ein mit farbigen Lichtstrahlen angeleuchteter Springbrunnen – so wird sich das Museum der bildenden Künste seinen Besuchern bald präsentieren.

Der KE berichtete in seinen früheren Ausgaben, dass die Kunstgalerie nach einem Beschluss der Stadtverwaltung in das Gebäude der ehemaligen Königsberger Börse einziehen darf. Anders geht es auch nicht, weil sich das Haus am Moskowski Prospekt, in dem die Kunstgalerie zuvor „residierte“, in einem Havariezustand befindet: Sein Dach ist undicht, die Wände und der Fußboden weisen Risse auf. Eine Wiederinstandsetzung wäre viel zu teuer, ein Umzug erscheint in dieser Situation viel sinnvoller, um so mehr, dass das Angebot der Stadt, in die Börse einzuziehen, sehr attraktiv ist.

Wie bekannt gehört das historische Gebäude der Königsberger Börse zu den schönsten Baudenkmälern unserer Stadt. Wird das Museum der bildenden Künste darin untergebracht, so kann es zum Teil eines einheitlichen, entlang des Pregelflusses gelegenen touristischen Besichtigungskomplexes werden, bestehend aus dem Königsberger Dom, dem Meeresmuseum, einem Toleranzmuseum, das man in der jetzt noch im Bau befindlichen Synagoge zu eröffnen gedenkt, und dem Gebäude der ehemaligen Bernsteinmanufaktur.

Eine Fußgängerbrücke (der Investor des Hotels „Lastadie“ hat sich verpflichtet, sie zu bauen) soll dann den Kai des Meeresmseums mit der Kant-Insel verbinden. Laut Bauplan sollen da auch Aufzüge entstehen, mit denen Fußgänger von den Ufern des Pregels auf die Gehsteige der großen Autobrücke würden gelangen können.

Planungen zufolge sollen die Ausstellungsflächen des Museums der bildenden Künste dreiviertel der Gesamtfläche der inneren Räume der Börse einnehmen. Die notwendige Erneuerung und Anpassung der Innenräume der Börse an ihre neue Funktion als museale Ausstellungsfläche werden unter der Schirmherrschafft der St. Petersburger Ermitage erfolgen. Darüber gibt es zwischen der Kunstgalerie und der Ermitage eine extra Vereinbarung.

Es ist vorgesehen, im Erdgeschoss des Museums der bildenden Künste die ständige Ausstellung „Die Zeitbrücke Kaliningrad – Königsberg“, einen Aufbewahrungsraum, das „Skulpturentheater“, einen Informationsstand, mehrere Kassen, ein Cafe mit 60 Sitzplätzen, Kioske und Souvenirläden unterzubringen.

Im ersten Stockwerk des Museums wird sich den Besuchern die Ausstellung „Geschichte der Stadt wie sie sich in der Geschichte der Königsberger Börse offenbart“ präsentieren. Auf 640 Quadratmetern Fläche werden auch andere Museen aus dem In- und Ausland ihre Exponate zeigen bzw. Ausstellungen zu verschiedenen Themen zeigen können. Auch Tanzabende, Konzerte oder Theatervorführungen können hier veranstaltet werden.

Im zweiten Stockwerk plant man die Säulenhalle wiederaufbauen und darin die Ausstellung „Russland und Europa – ein Treffpunkt“, sowie Werke der zeitgenössischen Kunst, der Moderne und der Avantgarde auszustellen. Das Museum beabsichtigt, seine Präsentationen und Veranstaltungen durch den Einsatz der neuesten Multimedien und der sogenannten Funktion der erweiterten virtuellen Realität noch effekt- und eindrucksvoller gestalten zu können.

Auf einer Freifläche vor dem Gebäude der ehemaligen Börse wird eine Grünanlage mit einem Springbrunnen entstehen. Die Wasserstrahlen des Springenbrunnens plant man farbig anzuleuchten.

Zur Information: Die Sammlung der Kunstgalerie zählt heute 16.000 Gemälde, Grafiken, Plastiken und Kunstgewerbeartikel. Die durchschnittliche Besucherzahl wird mit ca. 120.000 pro Jahr angegeben.




Devisenkurse: 05. 10. 2018
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Quelle:Russ. Zentralbank