Städtebau
27. 12. 2013
Erst trockenlegen, dann bauen
Das Planungs- und Bauunternehmen Mostowik ist dabei, ein überaus schwieriges technisches Problem, die Verfestigung des sumpfigen Bodens auf der Insel Oktjabrskij (ehem. Lomse), in den Griff zu bekommen.

Mit der Entwässerung des Sumpfbodens hat man im Sommer 2013 begonnen. Foto: I.S.
Auf der Baustelle des zukünftigen Fußball-WM-Stadions ist seit Tagen eine riesengroße Baumaschine im Einsatz. Auf den ersten Blick macht sie da nichts anderes, als den Erdboden mit kleinen Rohren zu bespicken.

„So sieht unsere Bodenverfestigungsmethode aus. Sie ist relativ neu, in Kaliningrad wenden wir sie zum ersten Mal an“, sagte Wasilij Nedelko, ein Mitarbeiter von Mostowik der Zeitung “Komsomolskaja Prawda“. „Der Boden ist hier sumpfig. Baut man etwas darauf, wird er komprimiert, sodass das darin enthaltene Wasser an die Bodenoberfläche herausgedrückt wird. Der sogenannte Filtrationsfaktor des Erdbodens kann aber durch die vielen Rohre, die Sie hier sehen, wesentlich erhöht werden. Die Maschine senkt die Rohre bis an die 14 Meter tief in den Erdboden ab, der Abstand zwischen den einzelnen Rohren beträgt ca. 1, 5 Meter. Überschüssiges Grundwasser gelangt durch die Rohre an die Erdoberfläche, wo es abgefangen und in den Pregel abgeleitet wird. Der entwässerte Erdboden kann dann mithilfe von schwerer Bautechnik soweit verfestigt werden, dass man darauf ohne Bedenken beliebige Bauvorhaben umsetzen kann.“

Diese Methode zur Entwässerung und Verfestigung des Erdbodens habe sich auch beim Bau von Gebäuden und Sportanlagen für die Winterolympiade in Sotschi bestens bewährt. Der Boden war dort bereits vier bis sechs Monate nach der Entwässerung fest genug, um mit den Bauarbeiten zu beginnen. Der entscheidende Faktor ist, dass dadurch Baukosten und Bauzeit verringert werden können. Es kommt schließlich für jede Baufirma in erster Linie darauf an, dass die geplanten Termine und Finanzierungswerte eingehalten werden.

Für die Bodenverfestigung auf der Insel, wo das WM-Stadion zu bauen ist, stellt der Staat im Rahmen eines Entwicklungsplanes 800 Millionen Rubel zur Verfügung. Die weiteren Bauphasen sehen um das Vielfache höhere Kosten vor. Allein die Verlegung von Versorgungsleitungen auf der 220 Hektar großen Bebauungsfläche wird nach Expertenschätzungen 3,8 Milliarden Rubel kosten. Für den Bau von Straßen und Zufahrtswegen vor und in dem Stadion wird man ca. 1,5 Mrd. und für die Uferbefestigung und -gestaltung weitere 8 Mrd. Rubel aufwenden müssen.

Der erste Bauabschnitt sieht die Bebauung von 80 Hektar bis 2018 auf Kosten des Staates vor. Die Erschließung der restlichen Freiflächen auf der Insel sollen potenzielle Investoren übernehmen, die darauf ihre Geschäfts- und Bauvorhaben umsetzen können.




Devisenkurse: 30. 11. 2018
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Quelle:Russ. Zentralbank