Das Archiv des KÖNIGSBERGER EXPRESS
Geschichte & Kultur
Diplomatenstadt Königsberg
Wie in den anderen Großstädten Deutschlands gab es diplomatische Auslandsvertretungen auch in Königsberg, das wegen seines Hafens besonders wichtig war. Nachstehend bringen wir eine Zusammenfassung über diesen Teil der Stadtgeschichte.

Foto I.S:Heute ist es das Museum der Weltmeere, früher war hier das belgische Konsulat untergebracht (Am Kai Peter des Großen in Kaliningrad).
20 Länder und Territorien hatten im Jahr 1912 Konsulate in der preußischen Hauptstadt: Österreich-Ungarn, Belgien, Dänemark, Frankreich, Großbritannien, Griechenland, Italien, Spanien, die Niederlande, Norwegen, Portugal, Schweden, Mecklenburg-Schwerin, Serbien, Russland, die Schweiz, die Türkei, Brasilien, Panama und die Vereinigten Staaten von Amerika.
Nach dem Ersten Weltkrieg verringerte sich die Zahl der Auslandskonsulate in Königsberg auf 18, weil sich ihre nationalen Zugehörigkeiten teilweise verändert hatten. Unter anderem kamen neu gegründete Staaten wie Estland, Finnland, Lettland, Polen, die Tschechoslowakei oder die UdSSR hinzu. Etwas später entstand auch das rumänische Konsulat.
Das Konsulat des russischen Zarenreiches hatte seinen Sitz in der Nähe des Königsschlosses, in der Münzstraße 18 (etwa im Bereich der heutigen Uliza Proletarskaja). Die Sowjet-Diplomaten weigerten sich aber, dort einzuziehen und suchten sich deshalb ein Haus in der Schönstraße 18b, der heutigen Uliza Sommera, aus.
Mit der Zeit gewann Königsberg wieder an Bedeutung und immer mehr Staaten ließen Vertretungen in der Pregelstadt nieder. Im Jahr 1938 gab es außer den oben genannten Konsulaten auch diplomatische Vertretungen Bulgariens, Ungarns, der USA, Guatemalas und Japans, des „treuen Verbündeten Deutschlands“ in Fernost (nach dem Dreimächtepakt „Berlin-Rom-Tokio“).
Das Haus, in dem das japanische Konsulat seinen Sitz hatte (heute Sakawkasskaja Uliza), blieb von den Luftangriffen der Alliierten während des Zweiten Weltkrieges weitestgehend verschont und ist bis heute in seinen typischen Zügen erhalten. Erwähnenswert ist der japanische Generalkonsul, Chini Sugichara, weil er sich während seines diplomatischen Dienstes in Nazi-Deutschland für viele Königsberger jüdischer Abstammung einsetzte und ihnen auf diese Weise das Leben rettete. Ihm zu Ehren wurde in der litauischen Hauptstadt Vilnius eine Straße benannt: Gatve Sugichara.
Zu den weiteren Überbleibseln der einstigen Diplomatenstadt Königsberg zählt auch das Gebäude des heutigen Museums der Weltmeere in der ehemaligen Linzstraße 13. Hier war das belgische Konsulat untergebracht. Das frühere amerikanische Konsulat findet man in der jetzigen Teatralnaja-Gasse (früher: Vogelweide-Straße 5). Im Bereich der Straßen Polozkaja- und Krasnooktjabrskaja-Straße gab es in den ersten Nachkriegsjahren noch die Ruine des ehemaligen britischen Konsulats (Kaiserstraße 49), das später endgültig abgerissen wurde und Wohnhäusern Platz schuf.




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Quelle:Russ. Zentralbank