Das Archiv des KÖNIGSBERGER EXPRESS
Wirtschaft
Fördergrube direkt am Strand
Das Bernsteinkombinat in Jantarnyj plant im Mai mit der Erschließung der Lagerstätte bei Sinjawino zu beginnen. Diese befindet sich so nah am Meer, dass die industrielle Bernsteinförderung direkt am Strand erfolgen wird.

Natur und Industrie passen schlecht zueinander. Besonders bei Jantarnyj, wo die Sandstrände besonders breit und schön sind. Foto V.G.
„Wir haben vor, hier eine neue Fördermethode zu testen“, sagt der amtierende Generaldirektor des Bernsteinkombinats, Michail Sazepin, der Zeitung „Komsomolskaja Prawda“. „Neu ist, dass die geförderten Steine nicht erst durch ein Rohrsystem zur weiteren Verarbeitung transportiert, sondern direkt in eine mobile Aufbereitungsanlage eingegeben werden.“

Die ersten Vorbereitungen dazu wurden bereits im Winter getroffen. Das Gelände wird seitdem bewacht, die Planierraupen und Bagger sind hier bis Mai im Einsatz, unmittelbar danach plant man mit der eigentlichen Bernsteinförderung zu beginnen.

„Wir haben vor, aus der Lagerstätte bei Sinjawino 95 bis 97 Tonnen Bernstein zu fördern. Die Wissenschaftler schätzen die Gesamtmenge von Bernstein in dieser Lagerstätte auf etwa 4.000 Tonnen“, sagt Anna Monachowa, die Beraterin des Generaldirektors. „Der Abbau bei Sinjawino wird ökologisch unbedenklich sein, dafür sorgen außer uns auch die zuständigen Behörden, die uns in diesem Sinne von Amts wegen beaufsichtigen. Aber auch wir selbst geben uns größte Mühe, die Touristen und Urlauber möglichst wenig zu stören. Wir haben dazu die Förderstelle absichtlich möglichst weit entfernt vom Stadtrand und sogar vom Restaurant ‚Galera‘, das am Strand liegt, platziert.

In einem Jahr planen wir mit der industriellen Förderung der Lagerstätte bei Sinjawino fertig zu werden. Unmittelbar danach tun wir alles Notwendige, um das industriell genutzte Gelände zu rekultivieren, damit es wieder als Strand genutzt werden kann. Außerdem haben wir vor, Maßnahmen zur Küstenbefestigung zu treffen. Diese erfolgen dann nach Methoden, die nicht nur in unserem Land, sondern auch weltweit völlig neu sind.“




Devisenkurse: 30. 11. 2018
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Quelle:Russ. Zentralbank